Nach dem letzten Treffen mit Vertreter*innen der Stadt haben wir eine Pressemitteilung veröffentlich, die wir hier auch mit euch teilen wollen. Darin findet ihr Infos über den aktuellen Stand der Verhandlungen und die aktuellsten Neuigkeiten zum Zustand der Likörfabrik.
Für Presseanfragen stehen wir natürlich weiterhin jederzeit unter info[at]lifa-harburg.org zur Verfügung-

Hamburg, 26.04.2021

Seit über zwei Jahren kämpft der Li.fa e.V. für den Erhalt der auch als Hilke Häuser bekannten Likörfabrik am Karnapp. In dem seit den 80er Jahren leerstehenden Gebäuden soll sozialer, bezahlbarer Wohnraum und Platz für Kleingewerbetreibende geschaffen werden.„Wir haben uns sofort in die historischen Gebäude verliebt und wollten nicht weiter mit Ansehen, wie dieses Kleinod direkt am Kanal weiterhin dem Verfall preisgegeben wird. Wir wollen die Gebäude restaurieren und ihnen wieder Leben einhauchen“ sagt Katharina  vom Verein Li.fa e.V..

Um gemeinsam nach Lösungen für den Erhalt der Likörfabrik zu suchen, fand am 23.04. ein digitaler Runder Tisch mit verschiedenen Akteuren statt. Darunter Frau Fredenhagen und Herr Lied als Vertreter*innen des Bezirksamts, Frau Dr. Joss und Herr Schwarzkopf als Vertreter*innen des Denkmalschutzamts, sowie mehreren Vertreter*innen des Li.fa e.V.. Auch mit am Tisch saßen die von der Stadt mit der Entwicklung beauftragten BPD und auf Seiten des Li.fa e.V. die Johann-Daniel-Lawaetz-Stiftung und das Planerkollektiv.
Wir konnten nochmal betonen, dass wir ernstzunehmende Verhandlungspartner*innen und die einzig realistische Option zur Erhaltung der denkmalgeschützten Häuser sind. Es ist sehr schade, dass das nach zwei Jahren harter Arbeit scheinbar noch nicht bei allen Beteiligten angekommen ist.” stellt Lars vom Li.fa. e.V. fest.

Positive Nachrichten gibt es über den Zustand der Likörfabrik . Die Häuser wurden auf Weisung des Denkmalschutzamts abgestützt und die Dächer sollen zeitnah abgedichtet werden. Eine aktuelle Untersuchung des Schwammbefalls hat gezeigt, dass dieser sich nicht weiter ausgebreitet hat und beherrschbar ist. 
 „Aufgrund der neuesten Untersuchungen gehen wir davon aus, dass der Abriss der Likörfabrik wie ihn der Eigentümer Arne Weber vor Gericht durchzusetzen versucht, so gut wie vom Tisch sein Ist “ freut sich Katharina.

Das vom Li.fa e.V. erstellte Nutzungskonzept sieht vor, dass auf mindestens 65% der Fläche sozialer Wohnraum mit Mietpreisbindung entstehen soll. Der Rest der Fläche wird entweder an Kleingewerbetreibende wie z.B. ein Café, eine Kaffeerösterei o.Ä. vergeben oder in Gemeinschaftsflächen für die Nachbarschaft verwandelt. Laut der aktuellsten Version des Bebauungsplans ist Wohnen am Karnapp, unter anderem aus Lärmschutzgründen, nicht möglich. Der Li.fa. e.V. ist sich jedoch sicher, dass durch bauliche Veränderungen Wohnen am Karnapp möglich gemacht werden kann. Dafür wird nun auch ein Lärmschutzgutachten der Flächen erstellt. Anhand der Ergebnisse des Lärmschutzgutachten wird das Bezirksamt entscheiden, ob durch einen Bauvorbescheid eine Befreiung erteilt werden kann oder der Bebauungsplan geändert werden muss.

Einig waren sich alle Beteiligten, dass ein offener Austausch auf Augenhöhe unerlässlich für ein Projekt von solcher Größe und Bedeutung ist. Ein nächstes Treffen mit allen Beteiligten ist für Mitte Mai geplant. Lars stellt fest: „Nur, wenn wir alle an einem Strang ziehen und  unbürokratische Lösungen erarbeiten kann dieses Stück Harburger Geschichte gerettet werden“ .