Unsere Idee

Die Likörfabrik aus ihrem Dornröschenschlaf holen

Als Verein Li.fa haben wir das Ziel, das brachliegende Gelände in ein gemeinschaftliches und kulturell übergreifendes Wohnprojekt zu verwandeln.

Dies soll für Menschen mit verschiedensten sozialen Bedürfnissen, ein Ort sein, der dauerhaft bezahlbaren Wohnraum schafft. Darüber hinaus sollen soziokulturelle Räume geschaffen werden und ein Bereich zur kollektiven Produktion entstehen. Dies alles soll selbstverwaltet und solidarisch organisiert werden. Durch die Zusammenarbeit mit dem Mietshäuser Syndikat stellen wir gleichzeitig sicher, dass das Areal dem renditeorientierten Immobilienmarkt dauerhaft entzogen wird. Die Gebäude sollen durch eine energetische Sanierung und ökologische Freiflächenschaffung einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und mit Angeboten und geschaffenen Einrichtungen das umliegende Stadtviertel bereichern.

Konkret wollen wir die beiden Wohnhäuser Nr. 15 & 16 wieder ihrem ursprünglichem Nutzen zurückführen und diese Etagenweise für Wohngemeinschaften ausbauen. In die angrenzende ehemalige Abfüllhalle planen wir bisher Gemeinschaftsräume wie Werkstätten und weitere Wohnflächen im 1 Stock. Da das ganze Gelände aus Zeiten der Industrialisierung stammt und alle Gebäude deshalb sehr eng aneinander gebaut sind, wollen wir die fehlenden Außenbereiche durch begrünte Dachterrassen auf den Hallendächern kompensieren.

Die ehemaligen Ställe (hintere Halle) möchten wir als Gewerbeflächen nutzen, sowie im 1.Stock einen Multifunktionsraum / Seminarraum einbauen der von der Nachbarschaft im Binnenhafen und von Aktiven für verschiedenste Treffen (Krabbelgruppe / Yogagruppe / Nachbarschaftsaustausch / Bildungsarbeit) genutzt werden kann.

Das Herzstück des Ganzen ist die ehemalige Destille mit ihrem Schornstein in der Mitte des Gesamtensembles. Diese wollen wir nutzen um im Erdgeschoss einen Begegnungsort für Anwohnende und Beschäftigte zu schaffen. Es soll ein Café entstehen, welches gleichzeitig durch Ausstellungsstücke und Informationstafeln über die Likörfabrik informiert und somit an ein Stück Harburger Geschichte erinnert.

Bei so einem großen Projekt kommt natürlich schnell die Frage auf “Wie wollt ihr euch das ganze leisten?”. Diese Frage ist sehr berechtigt, denn solange wir kein solides Finanzierungskonzept vorlegen können, werden unsere Träume nur Träume bleiben. Weshalb wir uns das Mietshäuser Syndikat als erfahrene Partnerin ausgesucht haben, die bereits über 150 Projekte deutschlandweit realisieren konnten. Das Mietshäuser Syndikat hat eine Möglichkeit gefunden wie Gruppen das nötige Kleingeld auftreiben können, wenn sie selbst zu wenig haben und zwar mit Direktkrediten.

Getreu dem Motto „lieber 1000 Freund*innen im Rücken als eine Bank im Nacken“ leihen sympathisierende Privatpersonen oder Gruppen den Haus-GmbHs direkt Geld, ohne den Umweg über eine Bank, und wissen damit auch, wofür es eingesetzt wird. Diese Art der solidarischen Finanzierung nennt sich daher auch Direktkredit. Das spart nicht nur Kapitalkosten und hält die Mieten auf einem erträglichen Niveau, sondern schließt auch die Finanzierungslücke, da dieses direkt geliehene Geld von einigen Banken als Eigenkapitalersatz akzeptiert wird. Außerdem ermöglicht es auch Menschen außerhalb des Syndikats, die die Idee gut finden, Hausprojekte solidarisch zu unterstützen.

Mehr Infos zum Mietshäuser Syndikat und zu Direktkrediten findet ihr oben im Reiter.

Finanzierung

Die Abwicklung des Kaufes, der Sanierung und Renovierung, sowie die langfristige Verwaltung des Projekts sollen durch die Haus GmbH abgewickelt werden. Ziel ist es, das sich das Projekt langfristig selbst trägt. Die Finanzierung der Sanierungskosten erfolgt zum größten Teil über Darlehen, die langfristig über Mieteinnahmen getilgt werden. Die Höhe der Darlehenssumme ist davon abhängig, wie viel Eigenkapital aufgebracht werden kann. Dazu zählen, neben eigenen finanziellen Mitteln und Eigenleistungen in Form aktiver Arbeit, vor allem Spenden und Direktkredite. Damit der Erhalt der Häuser aus wirtschaftlichen Aspekten überhaut realisierbar ist, sind wir auf Subventionen der Stadt zum Erhalt des Denkmals angewiesen.

Ein Vollständiges Konzept mit validen Daten werden wir an dieser Stelle Nachreichen sobald alle Gutachten erstellt sind und alle notwendigen Sanierungsmaßnahmen erfasst sind.

Mieteinnahmen

Die Höhe der Mieten hat Einfluss auf die soziale und gewerbliche Mischung in einem Quartier. Da die Sanierung der Hilke-Häuser dem Substanzerhalt und nicht der Wertsteigerung dient, bestimmt sich die Höhe der Mieten aus den Baukosten und nicht aus der Lage des Grundstücks. Ziel des Vereins ist es, langfristig preiswerte Mieten anzubieten. Die Mieterträge für Wohnraum orientieren sich an den Richtlinien für den sozialen Wohnungsbau. Abzüglich der Bewirtschaftungskosten (Verwaltung, Instandhaltungsrücklage, Mietausfallwagnis) ergibt sich aus den Mieteinnahmen ein jährlicher Reinertrag, der für Zins und Tilgung der Sanierungskosten zur Verfügung steht.

Direktkredite

Direktkredite sind Geldbeträge, die dem Projekt – ohne den Umweg über eine Bank – direkt geliehen werden. Sie bieten Einzelpersonen und Gruppierungen die Möglichkeit einer sinnvollen, sozialen, ökologischen und nachhaltigen Geldanlage.
Diese gelten statt Eigenkapital als Sicherheit bei der Bank. So legen Menschen, die uns und unsere Idee von sozial gerechten Mieten unterstützen wollen, einen Kredit bei der Haus GmbH an. Beträge ab 500 Euro sind möglich und werden mit 0 – 1,5 % verzinst. Der Direktkredit ist ein Nachrangdarlehen, das heißt, sollte ein Hausprojekt scheitern, wird zunächst die Bank ausbezahlt und erst dann folgen nachrangig die Direktkreditgeber*innen. Von 140 Hausprojekten im Syndikat ist genau eines gescheitert.

Bankkredite

Wie fast alle Menschen die ein Haus kaufen, leihen wir uns Geld dort, wo es reichlich davon gibt: bei der Bank. Jede Bank verlangt für ein Bankdarlehen in Umfang eines Bauvorhabens eine Sicherheit: das Eigenkapital. Eigenkapital haben wir nur wenig bis gar nicht vorzuweisen bzw. soll dies keine Voraussetzung dafür sein, mit uns wohnen zu können.
Hierbei können wir auf das vom Mietshäusersyndikat entwickelte Finanzierungskonzept zurückgreifen. Dabei wird das notwendige Eigenkapital als Nachweis bei der Bank in Form von Direktkrediten nachgewiesen. Hier kommen also die Direktkredite ins Spiel.

Subventionen

Es existieren diverse Fördermöglichkeiten auf welche wir zurückgreifen können. Wir erhoffen hierbei Zuschüsse zum Erhalt des Denkmals über Mittel des Bundesförderplanes für Denkmalschutz, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, des Hamburger Denkmalvereins, sowie europäischer Mittel für Regionalschutz, erhalten zu können.
Darüber hinaus hoffen wir auf Unterstützung der Stadt Hamburg und der Harburger Bezirksverwaltung. Dies wäre beispielsweise über die Richtlinie der Stadt Hamburg für sozialen Wohnungsbau und/ oder Fördermittel für Kunst & Kultur möglich.